Gumpert Apollo

Gumpert ApolloDer Apollo ist ein Supersportwagen, der von der Gumpert Sportwagenmanufaktur in Altenburg hergestellt wurde. Der Sportwagen besitzt sowohl die Straßenzulassung als auch verschiedene Rennzulassungen wie zum Beispiel die der FIA GT.

Entwicklung:

Begonnen hat das Projekt unter dem Namen R1 im Jahr 2002. Das Konzept sah vor, einen Rennwagen mit Straßenzulassung zu bauen. Im selben Jahr wurde noch ein 1:4-Modell nach den Entwürfen von Marco Vanetta, der dieses Design-Projekt an der Hochschule München bei Othmar Wickenheiser als Diplomarbeit entwickelt hat, gebaut. Hinter dem Projekt steht der Ex-Audi-Motorsport-Chef Roland Gumpert. Im Jahr 2003, nach der Gründung der Manufaktur, wurden die ersten Modelle und Skizzen der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Preis pro Stück wurde damals auf 115.000 bis 175.000 Euro veranschlagt. Geplant waren zuerst drei verschiedene Motoren, ein V8-Basis mit 279 kW (360 PS), ein V8-Kompressor mit 338 kW (460 PS) und ein V8-Biturbo mit 478 kW (650 PS).

Der erste in Ingolstadt gebaute Apollo-Prototyp wurde im Jahr 2004 fertiggestellt. Im Gegensatz zu den großen Konzernen nutzte die Manufaktur den Prototyp nicht nur für Tests, sondern auch für Werbemaßnahmen, um das Projekt bekannter zu machen. Bei einer Promotionfahrt mit einem Journalisten verunglückte der erste Prototyp und wurde so schwer beschädigt, dass er neu aufgebaut werden musste. Ein weiterer Prototyp wurde im selben Zeitraum fertiggestellt. Mit dem roten Prototyp fuhr der belgische Rennfahrer Ruben Maes im März 2005 beim Divinol-Cup auf dem Hockenheimring auf Anhieb auf Platz 3.

Das Vorserienmodell wurde im Jahr 2005 vorgeführt. Es zeigt den Apollo weitestgehend in seiner endgültigen Gestalt. Unterschiede zu den Prototypen waren unter anderem, dass dieses Modell nun ein Monocoque besaß, die Flügeltüren bis in die Mitte des Daches öffneten und der Diffusor und die Frontlippe verkleinert wurden. Das Cockpit war zwar schon verkleidet, aber bis zum Produktionsstart wurde es noch einmal umfassend überarbeitet.

Serienfertigung:

Der offizielle Serienproduktionsstart war am 21. Dezember 2005 in Altenburg. Die Produktionsstraße wurde für ca. 60 Fahrzeuge pro Jahr ausgelegt. Der Preis des Apollo betrug zum Start der Produktion 198.000 Euro ohne Steuern. Der Wagen kann aufgrund der Handarbeit ganz nach individuellen Wünschen zusammengebaut werden. Da das Konzept vorsah, dass es sich um einen Rennwagen mit Straßenzulassung handelt, war die Grundausstattung, um Gewicht zu sparen, am Anfang sehr begrenzt. So wurde unter anderem auf Klimaanlage und Navigationssystem verzichtet, dies konnte sich der Kunde aber auf Wunsch einbauen lassen. Mittlerweile besitzt der Apollo Komfortelemente schon in der Basisversion, der Preis stieg aber auch auf 301.600 Euro ohne Mehrwertsteuer. Trotz des individuellen Zusammenbaus des Apollo bietet die Sportwagenmanufaktur auch Pakete an. Neben der Basisversion gibt es eine Rennversion. Diese beinhaltet zum Beispiel eine Lufthebeanlage und eine Motorlöschanlage. Seit 2007 bietet Gumpert auch eine Sportversion an, die sich zwischen der Rennversion und der Basisversion platziert. Als Teststrecke für den Apollo dient die Startbahn und das Vorfeld des Leipzig-Altenburg Airport. Auch die Präsentation des Apollo für Journalisten und Kunden findet meist auf dem Airport statt.

Zum 24-Stunden-Rennen am Nürburgring 2008 gingen Heinz-Harald Frentzen, Dirk Müller, Marcel Engels und Dominik Schwager mit einem Apollo an den Start. Als Motor kam neu entwickelte Hybridtechnik zum Einsatz. Neben einem 3,3-Liter-V8-Biturbo mit 382 kW (520 PS) besaß der Apollo noch einen ca. 100-kW-Elektromotor und eine Traktionsbatterie der Gaia Akkumulatorenwerke. Allerdings hatte das Fahrzeug das gesamte Rennen über mit Getriebeproblemen im konventionellen Verbrennungssegment zu kämpfen und wurde nur noch durch den Elektromotor im Rennen gehalten. Es erreichte durch den Einbau zweier Ersatzgetriebe zwar die Zielflagge, kam jedoch nicht mehr in die Wertung hinein.

Im Jahr 2009 zeigte die Gumpert Sportmanufaktur auf dem Genfer Auto-Salon erstmals die Modellvariante Apollo Speed. Im Gegensatz zu den anderen Modellvarianten ist diese nicht auf schnelle Kurvenfahrten ausgerichtet, sondern auf Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit. Um das zu erreichen, wurde der Apollo Speed um neun Millimeter gesenkt und die Aerodynamik verbessert. So wurde die Linienführung um die Radläufe geändert, es gibt feststehende Felgenabdeckungen vorne und mitdrehende an den Hinterrädern, einen verstellbaren Heckflügel und einen verkleideten Unterboden. Besonders markant im Vergleich zu den anderen Modellvarianten sind die Rückleuchten.

2010 bekam der Apollo ein leichtes Facelift an Front- und Heckpartie. So wurden die Lufteinlässe verbreitert und der Radlauf geändert. Zudem besitzt der Apollo jetzt LED-Tagfahrleuchten. Die auffälligste Änderung am Heck ist der Klappenauspuff mit vier Endrohren. Im Interieur wurde das Monocoque vergrößert, um Fahrer und Beifahrer mehr Platz zu gewähren. Der Motor mit 700 PS, der hauptsächlich bei der Sportversion eingebaut wird, bekam durch optimierte Motorsteuerung, neue Umluftventile und eine verbesserte Kühlung 50 PS mehr und bringt es gegenwärtig auf eine Leistung von 551 kW.

2012 wurde der Apollo R vorgestellt, ein reiner Rennwagen mit bis zu 633 kW. Die Sonderedition Apollo enraged hingegen ist auf nur drei Stück limitiert, leistet 574 kW und ist damit der stärkste straßenzugelassene Apollo, der je produziert wurde.

Durch die Insolvenz der Sportwagenmanufaktur wurde die Produktion 2013 eingestellt. Der neue Besitzer teilte Anfang 2014 mit, die Produktion an einem anderen Standort wieder aufzunehmen. Auf dem Genfer Auto-Salon 2016 wurde schließlich eine überarbeitete Version des Apollo mit dem bekannten 4,2-Liter-V8-Motor vorgestellt. Im Zuge der Umbenennung des Unternehmens wird dieser künftig unter dem Namen Apollo N vertrieben werden.

Karosserie:

Die nicht selbsttragende Karosserie baut auf einen Gitterrohrrahmen auf. Dieser besteht aus rund 200 zusammengeschweißten Rohren aus Chrom-Molybdän-Stahl mit Rohrdurchmessern von 25, 35 und 45 mm und einer Wanddicke der Röhren von 1 bis 2 mm. Innerhalb des Rahmens befindet sich das 23 kg leichte Monocoque, das für weitere Sicherheit sorgt. Diese beiden Komponenten können Beschleunigungen bis zu 50 G aushalten. Vorn am Gitterrohrrahmen befindet sich eine Crashbox, die sich bei einem Unfall verformt und den größten Teil der Aufprallenergie aufnimmt. Die Karosserie besteht entweder aus glas- oder kohlenfaserverstärktem Kunststoff. Laut der Sportwagenmanufaktur ist die Karosserie aerodynamisch so optimiert, dass ab einer Geschwindigkeit von 270 km/h der erzeugte Anpressdruck der Gewichtskraft entspräche, so dass der Bodeneffekt das Gewicht des Autos tragen könnte. Das bedeutet, dass der Apollo an der Decke fahren könnte.

Technik:

In der Grundausstattung besitzt der Apollo 478 kW (650 PS) mit einem maximalen Drehmoment von 850 Nm bei 4500/min. Weiterhin sind Motoren mit 551 kW (750 PS) oder 588 kW (800 PS) erhältlich. Die Kraftübertragung erfolgt über ein sequenzielles 6-Gang-Getriebe. Das in Genf auf dem Auto-Salon 2007 vorgestellte Sportpaket (Apollo Sport/Apollo S) beinhaltet das 515 kW (700 PS) starke Aggregat, den Heckflügel und eine Lufthebeanlage (Airjack), den 588-kW-Motor gibt es im Apollo Race. Die Grundlage der verschiedenen Motorisierungen basiert auf einem 4,2-Liter-V8-Motor von Audi, jedoch nur der Motorblock, das Innenleben wurde speziell für den Apollo gefertigt.

Das Fahrzeug ist mit Pirelli-Reifen der Dimension 255/35 auf 10 × 19 Zoll großen Felgen (vorne) und 345/55 auf 13 × 19 Zoll großen Felgen (hinten) bzw. mit Michelin-Reifen der Dimension 265/30 (vorne) und 345/30 (hinten) auf 19 Zoll großen Felgen ausgestattet. Für die Verzögerung verfügt das Fahrzeug über innenbelüftete, geschlitzte Bremsscheiben mit einem Durchmesser von 380 mm und 6-Kolben-Festsätteln in Verbindung mit ABS.

Rekorde:

Am 13. August 2009 stellte der Apollo auf der Nordschleife des Nürburgrings mit 7:11,57 Minuten einen Rundenrekord für straßenzugelassene Fahrzeuge auf.

Der Apollo S hielt außerdem mit 1:17,1 Minuten den Rundenrekord auf der Hausstrecke des britischen Automagazins Top Gear, bis dieser vom Bugatti Veyron SS gebrochen wurde.

Technische Daten:

  • Produktionszeitraum: 2005-2013 – seit 2016
  • Klasse: Sportwagen
  • Karosserieversionen: Coupé
  • Motoren: Ottomotoren: 4,2 Liter (478-633 kW)
  • Länge: 4460 mm
  • Breite: 1998 mm
  • Höhe: 1114 mm
  • Radstand: 2700 mm
  • Leergewicht: 1100-1200 kg

 

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