Mercedes-Benz Baureihe 168

Mercedes-Benz Baureihe 168.jpgDie Mercedes-Benz Baureihe 168 ist ein Pkw der Kompaktwagenklasse von Mercedes-Benz. Der erste Mercedes-PKW mit Vorderradantrieb wurde im Herbst 1997 als A-Klasse vorgestellt. Die Kurzversion wird intern als W 168, die im Frühjahr 2001 eingeführte Langversion als V 168 bezeichnet.

Entstehung:

Mercedes-Benz baute zuvor traditionell ausschließlich Limousinen der Oberklasse, der oberen Mittelklasse und ab 1982 mit dem 190er der Mittelklasse. Motivation für den Einstieg in kleinere Klassen war vor allem die geringe Wachstumsmöglichkeit in den angestammten Marktsegmenten von Mercedes-Benz. Nach den Worten von Markenvorstand Jürgen Hubbert war der Hersteller „auf dem besten Weg, in eine Positionierungsfalle zu tappen. Hätten wir uns mit den kleinen Stückzahlen der S-Klasse (49.996 im Jahr 1996) zufriedengegeben, wären wir in die Rolls-Royce-Ecke geraten; ein existenzielles Problem für das gesamte Unternehmen“.

Auch wurde in Kalifornien durch die CARB das Clean Air Act und Zero Emission Mandate ausgearbeitet und 1990 als Gesetz verabschiedet. Es sollte die Automobilhersteller zur schrittweisen Einführung emissionsfreier Automobile zwingen. Kalifornien als bevölkerungsreichstes Bundesland der USA und einer der größten Absatzmärkte für Automobile weltweit, übte somit Druck auf die Hersteller aus. Dies führte nicht nur zur Entwicklung und Produktion von General Motors EV1, sondern beeinflusste die Fahrzeugentwicklungen aller großen Automobilhersteller. Die Antriebsvariante mit Elektromotor wurde daher vor allem in den USA erprobt und ist in Europa weitgehend unbekannt. Nach Lockerung der kalifornischen Gesetzgebung wurden die Vorbereitungen der Serienproduktion der Elektroversion der A-Klasse aus wirtschaftlichen Überlegungen eingestellt.

Weitere Gründe für den Einstieg in die Kompaktklasse waren die veränderten Verkehrsverhältnisse verglichen mit früheren Jahrzehnten (zunehmende Verkehrsdichte in den Innenstädten, Parkplatznot, lange Staus) und damit einhergehend veränderte Bedürfnisse der Kunden, andererseits die Tatsache, dass die Käufer von Mercedes-Benz-Pkw im Durchschnitt immer älter wurden. Ursache hierfür war ein sehr konservatives Markenimage. Mit der A-Klasse sollte ein größerer Anteil junger Käufer an die Marke Mercedes-Benz herangeführt und gebunden werden. Bei der Gestaltung des Interieurs und der angebotenen Fahrzeuglackierungen wurde deshalb in den ersten Modelljahren das Ziel verfolgt, Jugendlichkeit und Frische auszustrahlen.

Tatsächlich wurde die A-Klasse jedoch insbesondere bei Senioren beliebt. Diese schätzen die hohe Sitzposition und die gute Rundumsicht. Mercedes-Benz passte sich an diese veränderte Käufersituation an.
Bei der Modellpflege im März 2001 wurden die Kunststoffe im Fahrzeuginterieur, deren Optik und Haptische Wahrnehmung vorher vielfach als billig empfunden wurden, durch Materialien mit höherwertiger Anmutung ersetzt. Auch waren ab diesem Zeitpunkt – je nach Ausstattungslinie – auch erstmals Mercedes-typische Edelholzapplikationen erhältlich. Entsprechende Modifikationen wurden auch bei der Bedienung, beim Fahrzeugexterieur, bei den verfügbaren Fahrzeuglackierungen, sowie an der Preisliste durchgeführt, um das Produkt insgesamt gediegener wirken zu lassen.

Modellentwicklung:

  • 18. Oktober 1997: Markteinführung der A-Klasse mit den Motorisierungen A 140 und A 160
  • 21. Oktober 1997: Durchführung des Elchtests durch eine schwedische Automobilzeitschrift
  • 11. November 1997: Produktionsstopp
  • 26. Februar 1998: Wiederaufnahme der Produktion
  • August 1998: Einführung der Motorisierungen A 160 CDI und A 170 CDI
  • Mai 1999: Einführung der Motorisierung A 190
  • September 2000: kleine Modellpflege, Modifizierung des Griffs an der Heckklappe
  • März 2001: große Modellpflege; neu im Programm: die „verlängerte“ A-Klasse (V 168), die zusätzliche Länge von 170 mm kommt ausschließlich den Fondpassagieren zugute.

Technische Daten:

  • Produktionszeitraum: 09/1997–09/2004
  • Klasse: Kompaktklasse
  • Karosserieversionen: Kombilimousine
  • Motoren: Ottomotoren: 1,4-2,1 Liter (60-103 kW), Dieselmotoren: 1,6-1,7 Liter (44-70 kW)
  • Länge: 3575-3776 mm
  • Breite: 1719 mm
  • Höhe: 1575-1603 mm
  • Radstand: 2423-2593 mm
  • Leergewicht: 1095-1190 kg
  • Nachfolgemodell: Mercedes-Benz Baureihe 169

 

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